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Unberechtigte Beschwerden durch Nachbarn - Frusttration

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Moderator: Klaus

Unberechtigte Beschwerden durch Nachbarn - Frusttration

Beitragvon R0Li84 » 09.07.2012, 22:48

Folgende Fiktive Person:
28 Jahre alt, den ganzen Tag von ca. 06:45 - 17:15 Uhr in der Arbeit und Abends meist auch unterwegs und somit nicht daheim.
Bezeichnet sich selbst als relativ ruhig. (Hatte in 4 verschiedenen Wohnungen - Viele Umzüge wegen Arbeit/Studium - bislang noch nicht im Ansatz Probleme mit Nachbarn).

Problematik:
Fiktive Person hat vor einem Jahr eine Eigentumswohnung gekauft (Erbe + gutes Gehalt als Ingenieur haben ihr das ermöglicht)
Die Wohnung ist in einer Doppelhaushälfte, welche in 2 Wohnungen aufgeteilt ist im 1. OG.
Die Nachbarn wohnen also unter der fiktiven Person.

Im ersten Jahr lebte unter der fiktiven Person ein Rentner, der die Wohnung vor kurzem leider verkauft hat. Mit diesem gab es nie Probleme.
Eingezogen ist ein Ruhe "vernarrtes" Rentner Pärchen, mit dem es seitdem nur Ärger gibt.


Angefangen hat alles ca. 1 Woche nach dem Einzug mit folgenden Beschwerden:

1. Wecker zu laut(Telefon Siemens Gigaset mit Weckfunktion)
Entgegenkommen: Ersetzt durch Handywecker

2. Radio morgens im Bad zu laut (Lautstärke so dass ich den Moderator/Nachrichten beim Zähneputzen/Duschen gerade noch verstanden habe, aber nicht beim Fönen).
Entgegenkommen: Radio weniger laut, nur höre ich jetzt selbst nichts mehr.

3. Lautes gehen
Entgegenkommen: Hausschuhe

4. Lautes Türen schließen
Entgegenkommen: Rücksichtnahme, möglichst leises Türenschließen (langsam zuziehen beim verlassen des Hauses)

Dann war ca. 4 Wochen ruhe, bis eine Eigentümerversammlung einberufen wurde.


Folgende Beschwerden kamen im Rahmen der Eigentümerversammlung neu hinzu / wieder auf:


A. Lautes gehen, insbesondere Nachts, insbesondere wenn die Freundin von der fiktiven Person da ist
Hintergrund: Freundin muss auch nachts mal pinkeln und geht dann vom Bett zum WC (ca. 5 Meter) ohne Hausschuhe, sie hat einen relativ harten Gang, kann diesen aber nicht beeinflussen.
Verlangen vom Nachbarn: Hausschuhe neben das Bett und jedes mal anziehen

B. Türen schließen immer noch zu laut (auch vom Besuch der Abends um 23:30 das Haus - aus Sicht der fiktiven Person ruhig - verlassen hat).
Verlangen vom Nachbarn: Nahezu lautloses schließen der Türen + schleichen durchs Treppenhaus

C. Drohung von Ihm: "Wir sind Rentner und können auch mal Abends wach bleiben und laut sein wenn du schlafen musst. Denke daran, du musst ja arbeiten."
-> Absolute Frechheit von Ihm, wurde dann so hingestellt als sei es keine Drohung (Zeuge - weiterer Nachbar - war mit dabei).
Lösung: Deutliche Ansprache, "Halbe Entschuldigung" vom Nachbarn angenommen, Offizielle Einigung dass es falsch verstanden wurde (wurde es aber sicher nicht).


Vereinbarung bzgl. A und B:
-> Verstärkte Rücksichtnahme am Morgen beim Türen schließen
-> Im Gegenzug Toleranz bei Schritten



Allerdings - die Fiktive Person wir immer angespannter / gestresster.
Der Nachbar spielt selbst Nachts um 3 Uhr mit seinen elektrischen Rollos herum (diese quietschen so laut, dass man unweigerlich wach wird) oder knallt (= volle Wucht, nicht normales zuziehen) absichtlich mit der Türe wenn die Fiktive Person gerade mit seiner Freundin oben im Flur steht.

Die Fiktive Person ist mit der Gedult am Ende. Das ganze wühlt Ihn innerlich richtig auf, bzw. stresst Ihn und führt sogar zu schlaflosen nächten.
Die Fitktive Person hat nochmal versucht den Lösungsvorschlag (siehe oben) zu machen, allerdings weis diese jetzt schon, dass Sie wieder zu laut sein wird, bzw. dass Besuch zu laut sein wird.

In 4 Wochen will sich die Fiktive Person nochmal beim Nachbarn melden um die "Verbesserungen" zu diskutieren.
Allerdings nicht mit dem Gefühl, dass er dann Besserungen gelobt. Ihm kann man einfach nichts recht machen, bzw. er Sucht nach direkt Streit.
Die fiktive Person ist definitiv nicht Bereit, weiter Zugeständnisse zu machen. Im Gegenteil, Sie hätte gute Lust den alten Zustand bei manchen Dingen wieder herzustellen um ein Stück Lebensqualität zurück zu erhalten.


Wie würdet Ihr in so einem Fall reagieren?
Wurde zu kompromissbereit reagiert? (Die Eltern der fiktiven Person sind dieser Meinung).
Wie kann sich die Fiktive Person effektiv zur Wehr setzen / was sollte diese tun?
R0Li84
 
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Re: Unberechtigte Beschwerden durch Nachbarn - Frusttration

Beitragvon Klaus » 10.07.2012, 07:02

Wie würdet Ihr in so einem Fall reagieren?


1. Nicht mitspielen, jeder Kritik zustimmen und "ernst nehmen spielen" in der Hoffnung das die einen anderen Feind finden.

2. Wegziehen sobald es geht.

Aber mal was anderes. Das Leben von A ist stinke langweilig, er ist geplagt von Schlafstörungen in der Nacht und den fehlen jegliche Beschäftigung seit der Rente.
Und dann pupst der neue Nachbar auch noch in der Nacht. Den wird "JEDES" Geräusch stören.
Sobald die sich mal richtig eingeschlossen haben, gehst es bis zu "Endsieg".

Ein Kampf ist sinnlos man kann nicht gewinnen.

Nimm Sie in deine Familie auf und feiere mit Ihnen deine Geburtstag und Weihnachten. Bitte um Hilfe für Irgendwas, kleine Reparaturen...... - wenn du das kannst.

An sonst braucht A Nerven - und schon mal eine Rechtschutz abschließen
Um ein perfektes Haus muss eine 3 Meter hohe Mauer passen !
Klaus
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Re: Unberechtigte Beschwerden durch Nachbarn - Frusttration

Beitragvon Benedikta » 28.07.2012, 19:58

Ich meine, dass die fiktive Person den grundsätzlichen Fehler gemacht hat, dass sie zu nachgiebig war. Z.B., dass Schritte -egal ob tagsüber oder nachts- zu hören sind, ist eine Frage der Trittschallisolierung eines Gebäudes, und diese Frage ist wiederum eine Frage des Preises einer Eigentumswohnung. Die lärmempfindlichen Rentner haben also die Wahl, das sehr billige und in jeder Apotheke erhältliche Ohropax zu benutzten, oder aber sich eine teure, schallisolierte Eigentumswohnung zu kaufen. Dass aber die Partnerin der fiktiven Person zum Klo schleicht, oder in einen Nachttopf pinkelt, ist keine zumutbare Möglichkeit.
Ich meine auch, dass es sehr wichtig ist, gleich zu Beginn einer solchen Nachbarschaft Grenzen zu setzen. Mein Mann und ich wohnen z.B. seit 23 Jahren in einem Reihenendhaus, haben also an einer Seite direkte Nachbarn. Schon kurz nach dem Einzug ging es los, weil mein Mann in den generell erlaubten Zeiten Klavier spielte. Die Nachbarin klagte, im anderen Nebenhaus würde auch Klavier gespielt, und sie Arme dazwischen. Im anderen Nachbarhaus wohnt jedoch ein Arzt, dem sie ihre Klage nicht vorzubringen wagte.
Mein nachgiebiger Mann stellte das Klavier in eine kleinen Raum mit schlechter Akustik, aber dafür war die Nachbarin nicht mehr gestört. Ein Wort des Dankes war selbstverständlich nicht zu hören. Statt dessen wurde ich bald mit einem empörten Ausruf und nachfolgendem Kopfschütteln bedacht, als hätte ich etwas völlig Indiskutables getan, als ich den Dachbalkon putzte und nicht bemerkte, dass ein paar Tropfen nach unten fielen. Als ich den empörten Ausruf hörte, beugte ich mich über den Balkon, entschuldigte mich und bekam das erwähnte Kopfschütteln zur Antwort.
Ein paar Monate später wurde unser Haus neu angestrichen. Die Gerüstbauer rissen dabei einen Efeuzweig am Nachbargrundstück ab. Wieder keifte mich die Nachbarin an und hielt mir empört den Efeuzweig hin. Ich war verdutzt und sagte gar nichts, wo ich doch einfach -es waren keine Zeugen da- hätte sagen sollen: "Sie spinnen!". Aber ich war auf den mit solchen Nachbarn unerreichbaren Frieden bedacht und hatte auch die einzig richtige Antwort nicht parat.
Ca. 20 Jahre später, bzw. im Sommer 2011, kamen wir an einem Sommerabend nach Hause und stellten fest, dass eine in 20 Jahren gewachsene, auf unserem Grundstück stehende Efeuhecke um ca. 1,5 m gekürzt war, so dass kein Sichtschutz mehr zum Grundstück der lieben Nachbarn bestand.
Da wir kein Foto von dieser Hecke, und damit keinen einigermaßen brauchbaren Beweis für rechtswidrigen Einsatz der Heckenschere hatten, verzichteten wir auf juristische Schritte und liessen für 3.500 Euro eine Palisade samt Nachwuchs-Efeupflanzen errichten. Ab jetzt grüssten wir aber die Nachbar nicht mehr.
Vor einigen Tagen nun stellten wir fest, dass die Vorderfront unseres Hauses mit weisser Farbe am Sockel verunreinigt ist. Der zur Rede gestellte Nachbar redete zunächst von einer Malerfirma, die das angeblich angerichtet habe und schliesslich sagte er, er habe einen Farbeimer ausgewaschen, und werde alles an seine Versicherung geben.
Wenn wir jetzt innerhalb der nächsten 4 Wochen keinen finanziellen Ausgleich des Schadens bekommen, werden wir eine Anwaltskanzlei aufsuchen. Was uns ein solcher Besuch allerdings höchstens bringen wird, wird sehr gering sein im Vergleich zu dem Schaden, den die Nachbarn mit der Heckenschere angerichtet haben.
Aber wir wollen jetzt endlich einmal -wenn auch sehr spät- eine klare Grenze aufzeigen.
Ergebnis meiner langen Rede: Die Empfehlung, klar und möglichst gleich zu Beginn, auf seinen Rechten zu beharren gegenüber alten Meckerziegen und Meckerböcken! Wenn man das versäumt, wird es immer nur noch schlimmer!









Ergebnis der langen Rede:
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Re: Unberechtigte Beschwerden durch Nachbarn - Frusttration

Beitragvon Klaus » 28.07.2012, 20:33

Ergebnis meiner langen Rede: Die Empfehlung, klar und möglichst gleich zu Beginn, auf seinen Rechten zu beharren gegenüber alten Meckerziegen und Meckerböcken! Wenn man das versäumt, wird es immer nur noch schlimmer!


Aber nur wenn man selber fehlerlos ist, sonst spielt man teures Anwalts-Gerichts-Ping-Pong

Wegen sinnlosen Mist sollte man gar nichts machen, dann suchen sich "manche" Nachbarn andere Feind.
Um ein perfektes Haus muss eine 3 Meter hohe Mauer passen !
Klaus
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