Extreme Lärmbelästigung, Müll im Treppenhaus

Lärm und Krach

Moderator: Klaus

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apf3lschorle
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Extreme Lärmbelästigung, Müll im Treppenhaus

Beitrag von apf3lschorle » 12.02.2012, 14:24

Guten Tag,

Mieter A wohnt seit 15 Jahren im Haus - hatte nie Probleme mit anderen Mietern. Mieter B wohnt seit September 2011 unter A im Haus, Polizeibekannt.
Mieter B, 2 Erwachsene und ein Jugendlicher über 16 Jahren, arbeiten alle nicht und schlafen bis 12 Uhr Mittags.
Danach beginnt der Lärm, welcher aus andauernden Auseinandersetzungen besteht. Geschrei. Beschimpfungen ohne Ende,
Tür geknall und andere Sachen fliegen durch die Wohnung - durchgehend bei offenen Fenstern, auch im Winter, auch bei Nacht.
Nachts schlafen die Personen auch nicht und stören durch Besuch, lautes Geschrei, Auseinandersetzungen, Türen knallen und Sonstigem
Mieter A, hat 2 junge Schulkinder, welche früh aufstehen müssen.
Schlafen ist leider bei Nacht nahezu unmöglich, gerade mal so mit Ohrstöpseln und Decke überm Kopf. Auch Mieter C über Mieter A beschwert sich über die nächtliche Lärmbelästigung von Mieter B.
Neben der ständigen Lärmbelästigung, wo auch ein Polizeiruf nicht geholfen hat ("Der Vermieter muss sich darum kümmern, wir können leider nur die Musik abstellen"),
kommt vollgendes hinzu:

1. Mieter B raucht in der Wohnung und sobald die Tür aufgeht, riecht es im Treppenhaus nach Zigarettenrauch, es muss lange gelüftet werden.
2. Mieter B stellt gerne offene Mülltüten im Treppenhaus ab - über Tage (bis ein anderer freundlicher Mieter diesen rausbringt)
3. Mieter B versteht schlecht deutsch. Versucht man mit diesem zu reden, reagiert er oft aggressiv, beleidigt einen, droht und es kam sogar zu Handgreiflichkeiten.
4. Mieter B war zu faul sich einen Ersatzschlüssel für seinen eigenen Postkasten zu besorgen und hat diesen einfach aufgebrochen: Briefe und ähnliches flattern rein und landen auf dem Boden.
5. Mieter B kümmert sich absolut nicht um das Putzen des Treppenhauses, was andere regelmäßig erledigen.
6. Mieter B hat eine zu laute Türklingel, welche nicht nur Mieter A sondern auch Mieter C regelmäßig nachts aus dem (unregelmäßigen) Schlaf reißt.
7. Mieter B hat ununterbrochen, egal ob tagsüber oder nachts, Licht an und offene Fenster. Angrenzende Mieter vermuten, mehr im Winter heizen zu müssen.

All diese Probleme waren den vorherigen Vermietern bekannt, Ihnen wurde im Nachbarhaus gekündigt. Neue Vermieter, neues Glück: Mieter B hat die Wohnung unter Mieter A bekommen.
Mieter A, sowohl auch als andere Mieter haben mehrere Briefe an den Vermieter geschickt. Dieser hat Mieter B zwei mal abgemahnt. Jedoch läuft momentan ein Verfahren gegen Mieter B wegen Unterlassung der Mietzahlung.
Es zieht sich in die Länge, da Mieter B anscheinend eine Behinderung hat. Das Geld wird zwar regelmäßig an den Mieter überwiesen, jedoch wird dieses eher für die täglichen Taxifahrten ausgegeben, anstatt für die Miete.

Mieter B ist ein absolutes Problem für alle anderen Mieter, besonders für Mieter A. Welche Möglichkeiten hat man, den Vermieter schneller zu Lösungen zu bewegen? Welche andere Möglichkeiten hat man, gegen die Lärmbelästigung bei Nacht fortzugehen? Würde das Ordnungsamt in dieser Situation etwas tun?

*Edit: Alle anderen Mieter des Hauses arbeiten, stehen ab 6 Uhr auf und machen sich fertig. Mieter B jedoch interessiert das nicht; die nächtliche Ruhestörung endet meistens erst zwischen 3-6 Uhr.

Klaus
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Re: Extreme Lärmbelästigung, Müll im Treppenhaus

Beitrag von Klaus » 12.02.2012, 15:05

Direkt gegen ihn vorzugehen kostet nur Geld und bringt wenig. Denn alles würde nie dazu führen das er geht.

Einzig die Mietminderung "ALLER" Mieter führt zu einem Ergebnis. Das geht aber nur wenn man dann auch als "Zeuge" im Kündigungsverfahren dem VM zur Seite steht. Kann aber auch Jahre dauern.

Jedoch kann man nur die wirklichen Verfehlungen nehmen, nicht den Kindergarten den A hier nennt.

Als VM muss man Geld verdienen und wenn man die Wohnung schlecht "normalen" Leuten vermieten kann muss man eben auch andere nehmen.
Dann ziehen die "Normalen" alles aus, der Rest zerlegt das Haus dann bis zum Abriss.

Klaus
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Re: Extreme Lärmbelästigung, Müll im Treppenhaus

Beitrag von Tenant » 17.02.2012, 01:36

Hallo,
es gibt sehr viele erfolgversprechende Maßnahmen:

1.
Ordnungsamt - es kann über das Landesimmissionsgesetz Geldbußen verhängen.
ZB:
Nachts Polizei rufen, Namen, Zeitpunkt notieren, morgens beim Ordnungsamt Anzeige erstatten.

2.
§§ 1004, 862, 535 BGB auf Unterlassung klagen - direkt gegen Störer
Das könnte ebenfalls Wirkung haben, da der Beklagte die Gerichtskosten trägt.

In manchen Bundesländern ist zwingend zuvor ein Schlichtungsverfahren durchzuführen - so in nrw u. Alp

3.
Vorgehen gegen den Vermieter:
Einschreiben: Lärmbelastung schildern, um Abhilfe bitten, angemess. Frist (4 Wo) setzen und bei fruchtlosem Verstreichen die Miete um e. angemessenen Betrag (hier ist äusserste Vorsicht geboten) kürzen.

Problematisch:
1. Wenn man den Lärm längere Zeit - 6 Mo könnten schon kritisch sein - hingenommen hat.
2. Vermieter rächen sich gerne i. Form v. Mieterhöhungen

AshtonScout
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Re: Extreme Lärmbelästigung, Müll im Treppenhaus

Beitrag von AshtonScout » 11.09.2012, 10:57

Hallo apf3lschorle,

selbstverständlich bieten sich Mieter A Möglichkeiten um gegen Mieter B vorzugehen.

Das wichtigste ist meiner Meinung nach ein Lärmprotokoll zu führen in dem genau die Art des Lärms, den Zeitpunkt und die Intensität beschrieben werden. Da anscheinend mehrere Mieter sich über Mieter B beschweren sollten auch diese ein Protokoll führen.

Wenn dann die Polizei gerufen wird - gibt es schonmal stichhaltige Beweise. Auch die Möglichkeit einer Unterlassungsklage könnte in Betracht gezogen werden.

***Link entfernt*****

LG

Klaus
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Re: Extreme Lärmbelästigung, Müll im Treppenhaus

Beitrag von Klaus » 11.09.2012, 11:57

@AshtonScout Wer bereits im ersten Beitrag Werbung für ein anderes Forum macht kommt bei uns auf die Liste :-(


Gegen den "Mieter" vorzugehen ist nicht Sache der Mieter, das lohnt kaum, da es nichts bringt.
Lärmprotokolle bringen nur was mit "Zeugen", da zwei identische Lärmprotokolle ein Zeuge wäre, reicht das aus.

Ideal wäre es wenn "ALLE" die Miete zu mindern, dann kann der Vermieter den Mieter kündigen und die Anderen wären alle Zeugen.
Wenn dann die Polizei gerufen wird - gibt es schonmal stichhaltige Beweise.
Das "Rufen der Polizei" ist kein Beweis. Meist ist der Krach vorbei wenn der Streifenwagen kommt.
Auch die Möglichkeit einer Unterlassungsklage könnte in Betracht gezogen werden.
Das bringt nur was wenn der Gegener auch das Geld hat die Kosten zu übernehmen
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